Hue – historische Hauptstadt und Sitz der letzten Kaiser

Hue – historische Hauptstadt von Vietnam 1802-1945

Es wurde Zeit, das lieb gewonnene Hoi An zu verlassen. Die Busfahrt nach Hue dauerte ca. 4 Stunden. Wenn wir diese Strecke noch einmal fahren sollten, dann auf alle Fälle mit dem Motorrad. Auf dieser Strecke liegt der bekannte Wolkenpass, dieser bildet die natürliche Grenze zwischen Nord- und Südvietnam. Wir wussten nicht, dass es auch einen Tunnel gibt, der von den Bussen genutzt wird. Hätten wir das vorab gewusst wären wir auf alle Fälle mit dem Motorrad gefahren. Von dort oben hat man mit Sicherheit einen traumhaft schönen Ausblick.

Kleiner Einblick in die Geschichte

Bereits am Vormittag kamen wir in der alten Kaiserstadt Hue an. Seit 1306 gehört diese zum Herrschaftsgebiet der Vietnamesen. Vor langer Zeit tauschte der Cham König Jaya Simhavarman III. seine nördlichste Provinz gegen die Hand einer Prinzessin. Ihr Vater, der vietnamesische König Tran Anh Tong, machte dabei ein gutes Geschäft denn der Cham Herrscher starb ein Jahr später und Tran Anh Tongs Tochter kehrte nach Hause zurück, angeblich ohne die Ehe vollzogen zu haben. Doch erst im Jahre 1635 gewann Hue an Bedeutung. Das Adelsgeschlecht der Nguyen ließ sich hier nieder und begann von dort aus den Süden zu beherrschen. Wie Ihr seht ist diese Stadt von historischer Bedeutung. Ich will euch damit aber nicht langweilen, wenn Ihr mehr zur Geschichte erfahren wollt hier lang.

Hardcore Sightseeing – Harmonie von Landschaft und Architektur

Ich muss gestehen, ich hatte genug von Städten. Es war mal wieder viel zu heiß und viel zu viel Verkehr. Hue ist eine quirlige Stadt mit ca. 340000 Einwohnern und gefühlt genau so viele Roller. Wir checkten im Gold Hotel Hue ein. Ein richtiges Schnäppchen, pro Nach zahlten wir nur 18 Dollar. Den Nachmittag verbrachte ich gemütlich am Pool – musste auch mal sein. Am Abend spazierten wir etwas durch die Stadt. Wir buchten uns eine Sightseeing Tour die die wichtigsten Sehenswürdigkeiten an einem Tag abklapperte.

Am nächsten Morgen wurden wir bereits um 8 Uhr Morgens abgeholt. Wir mussten lachen der Bus voll mit Vietnamesischen Touristen und der Tour-Guide machte seine Ansprache auf Vietnamesisch??! Bei Buchung wurde uns versichert, dass es ein englisch sprechender Guide ist. War auch so, nur dass er auf englisch nur runter ratterte was wir alles besichtigen. Gut, dass ich in Ho Chi Minh City den neuen Stefan Loose Reiseführer abgestaubt habe, so konnten wir uns im Nachhinein durchlesen was wir alles besichtigt haben.

Das Grab von Minh Mang – Minh Mang’s Tomb

Es heißt, dass Feng Shui Spezialisten des kaiserlichen Hofes 14 Jahre damit beschäftigt waren den richtigen Platz für das Kaisergrab zu finden. Als es soweit war verstarb der Kaiser plötzlich und unerwartet. Sein Sohn beendete die Arbeiten. Es wurde ein schöner Park angelegt. Der Guide erzählte uns, dass keiner weiß wo genau der Kaiser begraben wurde. Denn die Bestatter wurden nach dem Begraben der Leiche getötet, dass wirklich niemand weiß wo der Körper liegt.

Das Grab von Khai Dinh – Khai Dinh Tomb

Diese jüngste kaiserliche Grabstätte wurde 1931 von dem Sohn Khai Dinh’s fertig gestellt. Drei Jahre vor seinem Tod besuchte Kaiser Khai Dinh Frankreich, weshalb sein Grab eine Mischung aus europäischem und vietnamesischen Baustil ist. Es ist noch alles im original Zustand erhalten. Verrückt, welche Prachtbauten die Kaiser errichteten. Wir schlenderten über das Gelände und besichtigten den Ahnenaltar.

Das Grab von Tu Duc – Tu Duc’s Tomb

Dieses Grab wird auch Lang Khiem, Grab der Bescheidenheit genannt. Mehr als 4000 Gedichte verfasste der Kaiser hier. Der Kaiser hatte sich von der immer komplizierter werdenden Welt abgewandt und sich ganz der Poesie gewidmet. Das Gelände wurde ähnlich wie ein Park angelegt. Wir besichtigten die Anlage und stellten fest, dass alle Gräber recht ähnlich sind. Ich hatte bereits nach dem Dritten keinen Bock mehr bei 45°C in der prallen Sonne durch die Anlagen zu marschieren. Ich hätte fast alles getan um in einen eiskühlen Pool zu springen. Im Nachhinein war es gut, dass wir die Tour gebucht hatten denn sonst hätten wir wahrscheinlich gar nichts besichtigt sondern hätten den ganzen Tag am Pool verbracht 😃

Zitadelle und die Verbotene Stadt

Die Zitadelle ließen die Nguyen Herrscher anlegen. Diese hat einen Umfang von knapp 10 km. 1818 ließ der Herrscher Gia Long eine 21m dicke und 6,60m hohe Mauer erbauen die auch heut noch existiert. Unterstützt wurden die Errichter durch erfahrene französische Festungs-Baumeister. Es heißt, dass teilweise bis zu 80000 Arbeiter beteiligt waren.

Die verbotene Stadt, auch purpurne Stadt genannt, kann durch 4 Tore erreicht werden. Hier kann man einige Zeit verbringen, ich möchte Euch aber nicht mit der ganzen Geschichte langweilen. Es war ganz interessant anzusehen, hier könnt Ihr mehr über den Aufbau der Verbotenen Stadt erfahren. Wir hatten aus Versehen den falschen Ausgang genommen und hatten Glück, dass der Bus nicht ohne uns losfuhr upppps 😀

Letzter Stopp unserer Tagestour war die Thien Mu Pagode

Etwa 4km außerhalb der Stadt befindet sich eines der Wahrzeichen Hue’s. Fürst Nguyen Hoang gründete diese Pagode nachdem ihm mehrmals eine alte Frau im Traum erschien und erklärte, dass diese Stelle magische Kräfte hätte und durch eine Pagode markiert werden soll. Ebenso wurde hier ein buddhistisches Kloster erreichtet, dies ist das älteste in Hue. Auf diesem Gelände befindet sich das Auto, mit dem sich der 73 jährige Mönch zu seiner Selbstverbrennung in Sai Gon fahren ließ. Thich Quang Doc hatte zuvor in diesem Kloster gelebt.

Drachenbootfahrt auf dem Parfüm Fluss

Jipiiii wir haben es fast geschafft. Wir waren nur noch eine 5km lange Fahrt auf einem Drachenboot vom Ausflugsende entfernt. Um ca. 18:00 Uhr waren wir zurück in Hue. Was für ein anstrengender Tag. Aber wie schon gesagt, im Nachhinein bin ich froh, dass wir diesen Ausflug gemacht haben, auch wenn ich es während dessen etwas bereut hatte.